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Airbus kürzt Produktionsziele drastisch

Zulieferer kämpfen mit Investitionsstopps und steigenden Preisen

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Airbus kürzt Produktionsziele drastisch

Airbus hat kürzlich seine monatlichen Produktionsziele reduziert, was erhebliche Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Anstatt der ursprünglich geplanten 800 Verkehrsflugzeuge werden dieses Jahr nur 770 ausgeliefert. Zudem wird die Produktionsausweitung des beliebten A320-Jets auf 2027 verschoben. Diese Entscheidung hat in der Branche für Unruhe gesorgt, wie eine Blitzumfrage der Unternehmensberatung H&Z aus München unter rund 100 deutschen Zulieferbetrieben zeigt. Laut Michael Santo, Managing Partner von H&Z, hat sich die Stimmung seit der Luftfahrtmesse ILA im Juni deutlich verschlechtert. Besonders auffällig sei, dass sich die Zahl der Firmen, die die Situation als eindeutig negativ beschreiben, verfünffacht habe.

Die Anpassung der Produktionsziele kam für die meisten Unternehmen nicht überraschend. Airbus-Chef Guillaume Faury hatte bereits seit Monaten auf die Probleme in der Lieferkette hingewiesen, insbesondere auf den Mangel an Triebwerken. Airbus-Finanzchef Thomas Toepfer hatte Ende Mai gewarnt, dass die Versorgung mit Teilen und Komponenten die größte Herausforderung darstelle. Trotzdem hielt die Airbus-Führung lange an der ursprünglichen Planung fest, die 800 Flugzeuge in diesem Jahr vorsah. Die monatliche Produktion der A320-Jets sollte bis 2026 auf 75 Flugzeuge steigen.

Jetzt fehlen den Lieferanten klare Zusagen von Airbus, was genau gebraucht wird, was die Situation weiter verschärft. Viele Betriebe, die in Vorleistung gegangen sind, also in Fertigung, Material und Personal investiert haben, sehen sich nun in Schwierigkeiten. Die Anpassung der Produktionsziele hat zu einem Vertrauensverlust geführt, sodass viele Unternehmen geplante Investitionen stoppen oder kürzen werden, besonders beim Maschinen- und Anlagenpark. Auch die Personalakquise wird verlangsamt oder gestoppt. Laut Santo ist ein Personalabbau bei einigen Zulieferern nicht ausgeschlossen.

Die Umfrage von H&Z bestätigt, dass 28 Prozent der befragten Betriebe ihr Personal reduzieren wollen. Gleichzeitig müssen viele ihre Bestände aufstocken, weil Airbus weniger abnimmt als geplant, was die Bilanz belastet. Um diese finanziellen Folgen abzufedern, planen 27 Prozent der Unternehmen, die Preise zu erhöhen. Dies könnte den Bau von Flugzeugen weiter verteuern. Alternativen, billigere Lieferanten zu finden, hat Airbus kaum, da die Lieferkette in der Luftfahrt stark fragmentiert ist und jede Schraube zertifiziert werden muss.

Die Anpassung der Produktionsziele von Airbus hat zu einer gefährlichen Spirale geführt. Obwohl Airbus versucht, die eigene Lieferkette zu stabilisieren, wird es laut Santo schwierig sein, die Spirale zu durchbrechen. Airbus hat die Langfrist-Prognose für den weltweiten Flugzeugmarkt angehoben und erwartet bis 2044 die Auslieferung von mehr als 42.000 neuen Flugzeugen. Dennoch wird der Flugzeug-Engpass die Branche und die Passagiere noch mehrere Jahre begleiten, was die Ticketpreise relativ hoch halten dürfte. Engpässe könnten auch die Klimastrategien der Fluggesellschaften beeinträchtigen, da effiziente Flugzeuge und nachhaltiges Kerosin rar bleiben werden.

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