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Airbnb steht wegen Steuerstreit vor Gericht

Italienische Justiz beschlagnahmt 780 Millionen Euro

Airbnb steht wegen Steuerstreit vor Gericht

Im Zentrum eines umfassenden Steuerstreits in Italien steht die populäre Wohnungsplattform Airbnb, die sich nun mit einem erheblichen Schlag gegen ihre Finanzen konfrontiert sieht. Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat dem Unternehmen vorgeworfen, in den Jahren von 2017 bis 2021 keine Steuern auf Einkünfte aus Kurzzeitvermietungen entrichtet zu haben. Diese Steuern wurden in Italien mit der Einführung einer Einheitssteuer auf Mieteinnahmen von 21 Prozent im Jahr 2017 gesetzlich verpflichtet. Airbnb, das gegen diese neue Steuerregelung zunächst klagte, wurde im Dezember vom Europäischen Gerichtshof in die Schranken gewiesen, der die Steuerpflicht bestätigte.

Die jetzt angeordnete Beschlagnahmung von fast 780 Millionen Euro durch eine Ermittlungsrichterin markiert einen dramatischen Höhepunkt in diesem Disput. Dieser Betrag repräsentiert, nach Ansicht der Staatsanwaltschaft, die Steuerschulden, die sich aus den Geschäftsvorgängen Airbnbs in Italien über den besagten Zeitraum akkumuliert haben. Die Behörden gehen davon aus, dass die Plattform in diesen fünf Jahren Einkünfte von insgesamt 3,7 Milliarden Euro generiert hat, auf die keine Steuern abgeführt wurden.

Airbnb selbst scheint von der Entscheidung überrascht und zeigt sich irritiert. Nach eigenen Angaben steht das Unternehmen in ständigem Kontakt mit den italienischen Steuerbehörden und beteuert, stets gesetzeskonform gehandelt zu haben. Airbnb bekräftigte seine Absicht, die eigenen Rechte zu wahren, und signalisierte damit mögliche weitere rechtliche Auseinandersetzungen.

Diese Aktion der italienischen Justiz ist jedoch nicht nur ein isolierter Vorfall, sondern Teil eines größeren Bildes. Die aktuelle Regierung Italiens plant, die Einheitssteuer in Zukunft von 21 auf 26 Prozent zu erhöhen. Dies wird als Versuch gewertet, mehrere Probleme gleichzeitig anzugehen: die Wohnungsnot in Großstädten, steigende Mietpreise und die angespannte Situation durch den Tourismus. Die höheren Steuern könnten darauf abzielen, Vermieter davon abzubringen, ihre Immobilien ausschließlich an Touristen zu vergeben, was die Verfügbarkeit von Wohnraum für Einheimische schmälert.

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