Airbnb erweitert Angebot um Services und Erlebnisse
Plattform will Hotels Konkurrenz machen und regulatorische Hürden umgehen

Airbnb erweitert sein Geschäftsmodell und bietet ab sofort nicht nur Unterkünfte, sondern auch Dienstleistungen und Erlebnisausflüge an. Nutzer der Plattform können künftig unter anderem Massagen, Kochkurse, Museumsführungen sowie Angebote von Fitness-Trainern, Fotografen oder Friseuren buchen. Die Dienste sollen nicht nur Reisenden zur Verfügung stehen, sondern auch Einheimische ansprechen. Das Angebot startet zunächst in 260 Städten mit zehn verschiedenen Dienstleistungskategorien und soll sukzessive erweitert werden. Nach Angaben des Unternehmens werden Anbieter nach Kriterien wie Erfahrung und Qualifikationen ausgewählt und müssen eine Identitätsprüfung sowie erforderliche Zertifikate vorweisen.
Hinter der Strategie steht das Ziel, Airbnb stärker mit Hotels konkurrieren zu lassen. Diese bieten neben dem Zimmer auch verschiedene Serviceleistungen an, die bislang bei Airbnb fehlten. Durch die Integration zusätzlicher Services erhofft sich das Unternehmen, neue Zielgruppen zu erreichen, die bisher klassische Hotels bevorzugten. Laut Airbnb-Chef Brian Chesky geht es darum, „das Beste aus beiden Welten“ zu vereinen – besondere Unterkünfte mit passenden Dienstleistungen.
Zugleich will Airbnb die neue Angebotsstruktur nutzen, um sich unabhängiger von regulatorischen Einschränkungen im Bereich der Kurzzeitvermietung zu machen. Städte wie New York oder Barcelona haben in den vergangenen Jahren strenge Auflagen für Plattformen wie Airbnb erlassen. In New York ging die Zahl der verfügbaren Airbnb-Unterkünfte nach Angaben des Unternehmens um über 90 Prozent zurück. Dienstleistungen und Erlebnisse hingegen unterliegen in vielen Städten weniger strengen Regularien, was Airbnb neue unternehmerische Spielräume verschaffen könnte.
Die App wurde technisch überarbeitet, um Nutzern künftig nach einer Unterkunftsbuchung passende Services in der Nähe vorschlagen zu können. Anbieter zahlen eine Provision an Airbnb – 20 Prozent bei Erlebnissen und 15 Prozent bei Dienstleistungen. Damit finanziert das Unternehmen unter anderem Transaktionen, Kundenservice und Versicherungsleistungen.
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Zur AktienanalyseKritik kommt von Branchenanalysten, die unter anderem die Schwierigkeit der Qualitätskontrolle bei wachsender Anbieterzahl betonen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass sich Airbnb mit dem neuen Kurs von seiner ursprünglichen Idee entfernt – Reisenden ein authentisches Wohnerlebnis mit lokalem Bezug zu bieten. Trotzdem bleibt der Bezug zur ursprünglichen Ausrichtung erhalten: Bei den neuen Erlebnissen gehe es laut Chesky darum, Städte gemeinsam mit den Menschen zu entdecken, die dort leben.


