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Air France-KLM will easyJet-Passagiere bei Übernahme zurückgewinnen

Konzernchef Ben Smith sieht in den Übernahmeturbulenzen um easyJet eine strategische Chance für Air France-KLM.

Air France-KLM will easyJet-Passagiere bei Übernahme zurückgewinnen

Air France-KLM plant, die Unsicherheiten rund um die erwartete Übernahme von easyJet zu nutzen, um verlorene Passagiere zurückzugewinnen. Konzernchef Ben Smith erklärte gegenüber der Financial Times, dass easyJet in den vergangenen Jahren Kunden sowohl von Air France als auch von KLM abgeworben habe. Dies habe die französisch-niederländische Gruppe gezwungen, ihr Billigflugangebot grundlegend zu überarbeiten.

Smith zeigte sich zuversichtlich, dass der laufende Übernahmeprozess – der sich voraussichtlich bis ins nächste Jahr hinziehen wird – seinem Unternehmen eine günstige Ausgangslage verschafft. „Sicherlich [werden wir sie zurückgewinnen], da wir nun über ein Produkt verfügen, das wettbewerbsfähig ist, und über niedrigere Kosten", sagte Smith. „Dies sind Kunden, die wir aufgrund der Attraktivität ihres Produkts verloren haben."

Der Kampf um easyJet

Hintergrund der Entwicklung ist ein milliardenschwerer Bieterwettstreit um den britischen Billigflieger. Die US-Private-Equity-Gruppe Apollo und die Private-Credit-Gruppe Castlelake prüfen beide finale Angebote für easyJet. Apollo hat ein Übernahmeangebot in Höhe von 5,7 Milliarden Britischen Pfund zu 7,15 Pfund pro Aktie vorgelegt, das von easyJet gegenüber dem jüngsten Angebot von Castlelake in Höhe von 6,90 Pfund pro Aktie – entsprechend einem Gesamtwert von 5,5 Milliarden Pfund – bevorzugt wird.

Nach britischen Übernahmeregeln hat Castlelake bis Montag um 17:00 Uhr Zeit, ein finales Angebot einzureichen, während Apollo bis Freitag Zeit hat. Sollte eines der Unternehmen erfolgreich sein, wird sich der gesamte Verkaufsprozess bis ins nächste Jahr erstrecken. Nach einer Übernahme rechnen Beobachter mit einer Umstrukturierung von easyJet durch die neuen Eigentümer – was Konkurrenten wie Air France-KLM die Möglichkeit eröffnet, aktiv um deren Passagiere zu werben.

Smith lobte easyJet trotz des Wettbewerbs ausdrücklich: „Sie haben uns Kopfzerbrechen bereitet. Sie sind eine sehr gut geführte Fluggesellschaft und konnten sich eine Nische schaffen, was durchaus beeindruckend ist." Diese Einschätzung unterstreicht, wie ernst Air France-KLM den britischen Konkurrenten in den vergangenen Jahren genommen hat.

easyJets Wandel vom Billigflieger zur Premiumalternative

Ursprünglich mit dem Ziel gestartet, Fliegen so günstig wie den Kauf einer „Jeans" zu machen, hat sich easyJet in den letzten Jahren deutlich verändert. Die Fluggesellschaft ist zunehmend auf teurere Hauptflughäfen ausgewichen, was zwar zu höheren Ticketpreisen geführt hat, die Airline aber in direkten Wettbewerb mit etablierten Linienfluggesellschaften gebracht hat.

Smith hob hervor, dass easyJet über „relativ große Positionen" an wichtigen Flughäfen wie Paris-Charles-de-Gaulle verfüge – im Gegensatz zu Konkurrenten wie Ryanair, die auf zweitklassige Flughäfen weiter entfernt von den Stadtzentren setzen. Zudem habe easyJet „einige sehr hochwertige, geschäftsfreundliche Merkmale eingeführt, wie etwa Priority Boarding, buchbare Sitze in der ersten Reihe, Freigepäck und eine Lounge in Gatwick".

Air France-KLMs Billigflugtochter Transavia hat laut Smith „einen Großteil des Produktangebots an dem orientiert, was easyJet erreicht hat". Als konkrete Maßnahmen nannte der Konzernchef die Ausweitung des Treueprogramms „Flying Blue" auf Transavia sowie den Start neuer Verbindungen vom kostengünstigeren Pariser Flughafen Orly. Mit diesen Schritten positioniert sich Air France-KLM gezielt, um im Falle einer easyJet-Übernahme schnell handeln zu können.

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