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Agentische KI revolutioniert Laborabläufe: LabVantage stellt CORTEX vor

Auf der Pittcon 2026 präsentierte LabVantage mit CORTEX eine neue KI-Plattform, die Labordaten systemübergreifend vernetzt und autonome Datenverarbeitung ermöglicht.

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Agentische KI revolutioniert Laborabläufe: LabVantage stellt CORTEX vor

Agentische Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Laborwelt. Auf der Pittcon 2026 in San Antonio stellte das Unternehmen LabVantage seine neue Plattform LabVantage CORTEX vor – ein System, das Labordaten nicht nur speichert, sondern auch analysiert, verarbeitet und autonome Aufgaben übernimmt. Gary Stimson, Head of AI Technologies bei LabVantage, erläuterte im Interview mit News-Medical, was hinter der Technologie steckt und welche Veränderungen Labore erwarten können.

LabVantage ist traditionell als LIMS-Anbieter (Laboratory Information Management System) bekannt. Mit CORTEX erweitert das Unternehmen sein Angebot grundlegend. Stimson beschreibt die neue Plattform als eine Art „Betriebssystem für das Labor": „Wir speichern nicht mehr nur Ihre Daten, sondern können sie auch analysieren, verarbeiten und gemeinsam mit Ihnen den Laborbetrieb vorantreiben."

Was ist agentische KI und warum jetzt?

Agentische KI bezeichnet KI-Systeme, die eigenständig Aufgaben planen und ausführen – ohne bei jedem Schritt auf menschliche Eingaben angewiesen zu sein. Stimson sieht den aktuellen Zeitpunkt als entscheidend: Kunden hätten LabVantage aktiv auf das Thema angesprochen und signalisiert, dass sie KI verstärkt in ihren Laboren einsetzen wollen. Statt auf viele maßgeschneiderte Einzellösungen zu setzen, habe man sich für eine zentralisierte Plattform entschieden.

Ein wesentlicher Faktor sei dabei das Vertrauen in die Technologie. LabVantage selbst nutzt KI-Tools bereits seit 12 Monaten intern – etwa für das Zusammenfassen von E-Mails, Besprechungsnotizen und das Erstellen von Agenden. „Das hat uns ermöglicht, uns auf die eigentliche Arbeit zu konzentrieren, anstatt auf monotone Aufgaben", so Stimson. Er zieht einen Vergleich zu fahrerlosen Autos: Die Technologie existiere schon länger, aber erst jetzt wachse das gesellschaftliche Vertrauen, sie im Alltag einzusetzen.

Schrittweise Einführung: Von Hinweisen zu autonomen Agenten

Die Einführung agentischer KI im Labor soll schrittweise erfolgen. In einem ersten Schritt helfen KI-Agenten Wissenschaftlern dabei, die Benutzeroberfläche effizienter zu nutzen und Fehler bei der Dateneingabe zu vermeiden. Ein konkretes Beispiel: Wenn ein Fälligkeitsdatum außerhalb eines vorgeschriebenen Zeitraums liegt, fragt das System nach – ohne den Nutzer zu blockieren. „Sind Sie sicher, dass Sie dieses Datum wählen wollen?" – eine einfache, aber wirkungsvolle Rückmeldung.

In einem weiteren Entwicklungsschritt sollen vollautonome Agenten entstehen, die routinemäßige Datenverarbeitungsaufgaben übernehmen und Trends analysieren. Stimson beschreibt dies als „digitale Version Ihrer selbst" – ein Agent, der im Hintergrund arbeitet, damit sich Wissenschaftler auf Forschung und die eigentlichen Erkenntnismomente konzentrieren können.

Datensilos überwinden mit BioTech360

Ein zentrales Problem vieler Labore sind Datensilos – Informationen, die in verschiedenen, voneinander getrennten Systemen gespeichert sind. LabVantage CORTEX adressiert dieses Problem direkt. Stimson schildert ein konkretes Beispiel: Ein Krankenhaus mit vielen verstreuten Laboren und unterschiedlichen Datensystemen steht vor der Frage, ob ein Patient eine Blutvergiftung hat. Die relevanten Blutwerte liegen in völlig getrennten Systemen.

Mithilfe des BioTech360-Plugins von LabVantage können Agenten diese Daten über eine semantische Ebene zusammenführen und die Frage beantworten – ohne dass die Silos vorher manuell aufgelöst werden müssen. CORTEX verbindet sich dabei mit externen Datenquellen und Systemen wie SAP oder Empower (Waters). Institutionen benötigen laut Stimson keine speziellen Voraussetzungen, um die Plattform einzusetzen: „Man implementiert sie, und sie wird im Grunde zum Betriebssystem des Labors."

Blick in die Zukunft: Mehr Autonomie in den Laboren

Auf die Frage, wie sich LIMS-Systeme in den nächsten fünf bis zehn Jahren entwickeln werden, gibt sich Stimson optimistisch. Er erwartet eine schrittweise, aber deutliche Zunahme an Autonomie in Laboren. Wissenschaftler sollen sich vollständig auf ihre Forschung konzentrieren können, während KI-Agenten die Routineaufgaben übernehmen. Als Science-Fiction-Fan fügt er hinzu, dass er sich langfristig sogar Roboter als physische Laborassistenten vorstellen kann – auch wenn das noch Zukunftsmusik sei.

Gary Stimson ist seit fast 25 Jahren bei LabVantage tätig und hat dort verschiedene Positionen durchlaufen – vom Entwickler über den Produktmanager bis hin zu seiner heutigen Rolle als Head of AI Technologies. Er hält einen Master-Abschluss in Informationstechnologie von der University of Nottingham sowie einen Bachelor-Abschluss in Chemie von der University of Leicester. Die Pittcon, auf der CORTEX vorgestellt wurde, gilt als Nordamerikas größte Konferenz und Fachmesse für Laborwissenschaften.

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