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ADP-Bericht: US-Privatsektor schafft nur 44.000 Stellen im Juli

Der schwächste Stellenaufbau seit Anfang 2026 überrascht Ökonomen – und erhöht den Druck vor dem offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag.

ADP-Bericht: US-Privatsektor schafft nur 44.000 Stellen im Juli

Der US-amerikanische Privatsektor hat im Juli lediglich 44.000 neue Stellen geschaffen. Das geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten des ADP Research hervor, die in Zusammenarbeit mit dem Stanford Digital Economy Lab erstellt wurden. Es handelt sich damit um das langsamste Tempo beim Stellenaufbau seit Anfang 2026.

Der Rückgang ist deutlich: Im Vormonat hatte der revidierte Gesamtwert noch bei 95.000 neuen Stellen gelegen. Die aktuellen Zahlen blieben damit hinter sämtlichen Prognosen einer Bloomberg-Umfrage unter Ökonomen zurück – ein klares Signal, dass sich der US-Arbeitsmarkt merklich abkühlt.

Lohnwachstum bleibt zweigeteilt

Trotz des schwachen Stellenaufbaus zeigt sich beim Lohnwachstum ein differenziertes Bild. Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsplatz wechselten, verzeichneten im Vergleich zum Vorjahr einen Lohnzuwachs von 7 Prozent – die höchste Wachstumsrate seit fast einem Jahr. Beschäftigte, die bei ihrem bisherigen Arbeitgeber verblieben, kamen hingegen auf ein Lohnwachstum von 4,4 Prozent.

Besonders stark fielen die Lohnsteigerungen in den Bereichen Finanzdienstleistungen und im verarbeitenden Gewerbe aus. Diese beiden Branchen übertrafen im Juli die Lohnentwicklung anderer Sektoren deutlich. Für deutsche Anleger, die US-Aktien aus diesen Segmenten halten, sind solche Daten ein wichtiger Indikator für die Kostenentwicklung amerikanischer Unternehmen.

Blick auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht

Die ADP-Daten gelten traditionell als Vorgeschmack auf den monatlichen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung, der am Freitag veröffentlicht werden soll. Investoren weltweit beobachten diesen sogenannten „Non-Farm Payrolls"-Bericht genau, da er maßgeblich die Erwartungen an die US-Geldpolitik beeinflusst.

Fed-Vorsitzender Kevin Warsh hatte den Arbeitsmarkt erst vergangene Woche auf einer Pressekonferenz als „solide" und „stetig" bezeichnet. Hintergrund war die Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve, die Zinssätze unverändert zu lassen. Bemerkenswert: Drei Mitglieder des Offenmarktausschusses stimmten bei dieser Sitzung für eine Zinserhöhung – ein Zeichen, dass innerhalb der Fed durchaus Uneinigkeit über den weiteren geldpolitischen Kurs besteht.

Die nun veröffentlichten schwachen ADP-Zahlen könnten die Debatte innerhalb der Fed neu entfachen. Ein anhaltend schwacher Stellenaufbau würde das Argument für Zinserhöhungen schwächen, während das robuste Lohnwachstum – insbesondere bei Jobwechslern – inflationäre Tendenzen signalisiert. Für Anleger bleibt der Freitag damit ein wichtiger Termin, um die tatsächliche Lage am US-Arbeitsmarkt besser einschätzen zu können.

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