Adnoc verschleiert LNG-Tanker-Positionen für Lieferungen durch Hormus
Abu Dhabis Staatsölkonzern Adnoc hält LNG-Exporte aufrecht, indem Tanker ihre Transponder in der Straße von Hormus abschalten.

Die Abu Dhabi National Oil Co. (Adnoc) hat einen Teil ihrer Exporte von verflüssigtem Erdgas (LNG) durch die Straße von Hormus aufrechterhalten – mit einer ungewöhnlichen Methode: Tanker schalten ihre Ortungssysteme ab, um ihre Positionen zu verschleiern. Dies geht aus einer Analyse von Schiffsverfolgungsdaten durch Bloomberg News sowie aus Aussagen informierter Personen hervor.
Mindestens zwei Tanker, die kürzlich an der Adnoc-Anlage auf Das Island im Persischen Golf beladen wurden, schalteten nach Kriegsbeginn ihre Transponder aus. Damit konnten die Schiffe Lieferungen durch die strategisch bedeutsame Meerenge transportieren, ohne ihre genaue Position preiszugeben. Das Abschalten sogenannter AIS-Transponder (Automatic Identification System) ist eine Taktik, die in Konfliktregionen zunehmend beobachtet wird.
Satellitenbilder belegen, dass der Betrieb am Terminal auf Das Island weiterläuft. Obwohl keine Tanker ihre Positionen in der Nähe der Anlage übermitteln, zeigen die Aufnahmen, dass Schiffe weiterhin am Terminal anlegen und beladen werden. Die visuelle Dokumentation aus dem Weltraum liefert damit Belege, die durch die fehlenden Tracking-Daten nicht erfasst werden.
Etablierte Produzenten passen ihre Taktiken an
Der Fall Adnoc zeigt, wie etablierte Energieproduzenten in der Golfregion ihre Vorgehensweise anpassen, um den laufenden Konflikt zu bewältigen und die Versorgungsketten aufrechtzuerhalten. Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Energiepassagen der Welt – ein erheblicher Anteil des global gehandelten Öls und LNG wird durch diese enge Meerenge zwischen dem Oman und dem Iran transportiert.
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Zur AktienanalyseFür europäische und deutsche Energieversorger, die auf LNG-Importe aus der Golfregion angewiesen sind, sind solche Entwicklungen von besonderer Bedeutung. Seit dem Wegfall russischer Gaslieferungen hat Europa seine Abhängigkeit von LNG-Importen deutlich erhöht, wobei Lieferanten aus dem Nahen Osten eine wachsende Rolle spielen.
Das Vorgehen von Adnoc verdeutlicht die Risiken, die mit Energielieferungen aus geopolitisch instabilen Regionen verbunden sind. Gleichzeitig zeigt es, dass Produzenten kreative Wege finden, um ihre Exportkapazitäten auch unter schwierigen Bedingungen zu sichern. Ob und in welchem Umfang weitere Anbieter ähnliche Methoden einsetzen, bleibt angesichts der Natur solcher verdeckten Operationen schwer zu beurteilen.


