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ADNOC-Übernahme von Santos verzögert sich deutlich

Regulatorische Hürden und politische Bedenken bremsen größten Bar-Deal Australiens

ADNOC-Übernahme von Santos verzögert sich deutlich

Der geplante milliardenschwere Einstieg der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) bei Santos verzögert sich. Das Konsortium unter Führung von ADNOC teilte dem australischen Gasproduzenten mit, dass es mindestens vier weitere Wochen benötige, um alle erforderlichen Genehmigungen für das 18,7 Milliarden Dollar schwere Übernahmeangebot einzuholen. Ursprünglich sollten die exklusiven Gespräche am 22. August enden, eine Unterzeichnung des sogenannten Scheme Agreements bis zu diesem Zeitpunkt gilt jedoch als unwahrscheinlich.

Die Nachricht belastete die Aktie von Santos, die zeitweise um 3,5 Prozent nachgab und auf 7,68 australische Dollar fiel, den niedrigsten Stand seit mehr als fünf Wochen. Analysten wiesen darauf hin, dass die Papiere seit Bekanntwerden des Angebots vom 16. Juni beständig unter dem gebotenen Kurs von 8,89 australischen Dollar notierten. Diese Diskrepanz wird auf Zweifel zurückgeführt, ob die Transaktion tatsächlich umgesetzt werden kann.

Zum Konsortium gehören neben ADNOC auch die Abu Dhabi Development Holding Company (ADQ) sowie die Beteiligungsgesellschaft Carlyle. Sollte der Deal zustande kommen, würde Santos einschließlich Schulden mit 36,4 Milliarden australischen Dollar bewertet – laut Daten von FactSet wäre es damit die größte Bar-Übernahme in der Geschichte Australiens. Branchenexperten betonen jedoch die Komplexität der Transaktion. Neben Fragen der Energiesicherheit und nationalen Interessen müssten auch zahlreiche Beteiligte einbezogen werden, was den Prozess zusätzlich erschwere.

Die Genehmigung der australischen Foreign Investment Review Board gilt als besonders heikle Hürde. Angesichts der strategischen Bedeutung von Santos und der Rolle im heimischen Energiemarkt könnte die Regierung zögern, Schlüsselressourcen in die Hände von Investoren aus dem Nahen Osten zu legen. Auch regulatorische Behörden in Papua-Neuguinea und den USA müssen zustimmen, da Santos in beiden Ländern Vermögenswerte hält.

Santos selbst verweist seit Jahren auf das geplante Narrabri-Gasprojekt in New South Wales, das künftig zur Versorgung der ostaustralischen Staaten beitragen könnte. Die nationale Wettbewerbsbehörde hatte zuvor vor Engpässen ab 2028 gewarnt, falls keine zusätzlichen Investitionen erfolgen. Parallel entwickelt das Unternehmen ein Ölprojekt in Alaska, Pikka, das ab Mitte 2026 produzieren soll.

Ein weiterer Zusammenschluss mit Woodside, der im Vorjahr mit einem Volumen von 52 Milliarden Dollar diskutiert wurde, war nach gescheiterten Verhandlungen vom Tisch. Woodside-Chefin Meg O’Neill erklärte nun, dass ihr Unternehmen kein Interesse an einem Gegenangebot habe. Sollte das ADNOC-geführte Konsortium Erfolg haben, würde es unter anderem Zugriff auf die australischen LNG-Anlagen in Gladstone und Darwin sowie auf Beteiligungen an PNG LNG und Papua LNG erhalten, wobei die Projekte in Papua-Neuguinea als besonders wertvoll gelten.

Santos kündigte zudem an, seine Halbjahreszahlen nicht wie geplant am 20. August, sondern erst am 25. August zu veröffentlichen.

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