ADNOC-Übernahme von Covestro vor EU-Genehmigung
Brüssel prüft letzte Details der 14,7-Milliarden-Euro-Transaktion zwischen Abu Dhabi und Leverkusen

Die Übernahme des deutschen Chemiekonzerns Covestro durch den staatlichen Ölkonzern Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) steht kurz vor der Genehmigung durch die Europäische Kommission. Nach Angaben von Personen mit direkter Kenntnis des Vorgangs soll die EU in den kommenden Wochen grünes Licht für das Geschäft im Wert von 14,7 Milliarden Euro geben. Es handelt sich um die bislang größte Akquisition von ADNOC und zugleich eine der bedeutendsten Übernahmen eines europäischen Unternehmens durch ein Unternehmen aus dem Golfraum.
Die Wettbewerbshüter der EU nahmen ihre Prüfung des Vorhabens am 24. Oktober wieder auf, nachdem das Verfahren Anfang September ausgesetzt worden war, um zusätzliche Informationen von den beteiligten Parteien einzuholen. Laut einer Mitteilung auf der Website der Kommission wurde eine neue Frist bis zum 2. März gesetzt. ADNOC hatte im vergangenen Monat Änderungen seiner Satzung angeboten, um Bedenken hinsichtlich einer unbegrenzten Staatsgarantie auszuräumen, und darüber hinaus zugesagt, das geistige Eigentum von Covestro in Europa zu belassen.
Nach Rückmeldungen von Wettbewerbern und Kunden wurden diese Zusagen weiter angepasst. Das Unternehmen zeigte sich bereit, auf die Anforderungen der EU einzugehen und betonte, konstruktiv mit der Kommission zusammenzuarbeiten. Die Genehmigung der Übernahme wird nach Angaben aus Verhandlungskreisen noch im November erwartet, wobei der genaue Zeitpunkt vom weiteren Verlauf des Prüfverfahrens abhängt.
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Zur AktienanalyseDie Transaktion hat in Brüssel Bedenken ausgelöst, da befürchtet wird, dass staatliche Subventionen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten dem Erwerb zugrunde liegen könnten. ADNOC weist diese Vermutung zurück und betont die wirtschaftliche Eigenständigkeit seiner internationalen Investitionssparte. Sollte die Kommission keine Einwände mehr erheben, wäre der Weg frei für einen der größten Zusammenschlüsse zwischen einem Energieunternehmen aus dem Nahen Osten und einem europäischen Chemiekonzern.


