ADNOC sicherte Milliardenfinanzierung für Gasprojekt
Pre-Export-Modell stützte Hail und Ghasha nach Rückzug von Lukoil

Abu Dhabi National Oil Company gab bekannt, dass sie eine strukturierte Finanzierung in Höhe von 11 Milliarden US-Dollar gesichert hatte, um künftige Gasproduktion aus dem Hail- und Ghasha-Projekt zu monetarisieren. Die staatliche Gesellschaft teilte dies nach dem Ausstieg des russischen Energiekonzerns Lukoil aus dem Projekt mit. Durch die Finanzierung erhielt ADNOC mehrere Jahre vor dem geplanten Produktionsstart, der vor Ende des Jahrzehnts erwartet wurde, frühzeitig Liquidität.
Die Vereinbarung war gemeinsam mit den Projektpartnern Eni und PTTEP abgeschlossen worden und umfasste insgesamt 20 internationale sowie regionale Banken. Grundlage bildete ein sogenanntes Pre-Export-Finanzierungsmodell, das durch zukünftige Gaslieferungen abgesichert war. Dieses Modell ermöglichte es, Kapital zu generieren, bevor die Förderung begann, ohne dass eine Rückgriffshaftung auf ADNOC bestand. Nach Angaben aus dem Umfeld der Transaktion handelte es sich um die erste grüne Pre-Export-Finanzierung auf Basis eines neu entwickelten Gasprojekts.
Eine zentrale Rolle spielte der Rückzug von Lukoil aus der Ghasha-Konzession. Das Unternehmen hatte seinen Anteil zuvor auf zehn Prozent erhöht, diesen jedoch im November an ADNOC übertragen. Ein Sprecher von ADNOC erklärte, der Schritt sei nach der Verhängung internationaler Sanktionen erfolgt, die im Oktober beschlossen worden waren. Diese Maßnahmen hatten Lukoils Auslandsaktivitäten stark beeinträchtigt. Weitere Einzelheiten zu den Bedingungen der Übertragung wurden nicht genannt.
Die Finanzierung setzte sich aus elf lokalen und regionalen Banken, sieben asiatischen Instituten sowie drei westlichen Kreditgebern zusammen. Besonders stark vertreten waren chinesische Banken, die einen erheblichen Teil des Gesamtvolumens bereitstellten. Marktbeobachter werteten dies als Hinweis auf die zunehmende Bedeutung asiatischer Finanzhäuser bei Großprojekten im Energiesektor des Nahen Ostens. ADNOC hatte sich dabei nach Angaben aus dem Umfeld der Transaktion günstige Finanzierungskonditionen gesichert.
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Zur AktienanalyseDie Transaktion fügte sich in die langfristige Strategie von ADNOC ein, die eigene Bilanz gezielt zu nutzen, um den Ausbau zu einem global agierenden Energiekonzern zu finanzieren. Zuvor hatte das Unternehmen bereits Infrastrukturvermögen veräußert und zurückgeleast sowie mehrere Tochtergesellschaften an die Börse gebracht. Zudem war mit XRG eine internationale Investmentplattform aufgebaut worden, deren Vermögenswerte auf mehr als 150 Milliarden US-Dollar angewachsen waren. Das Hail- und Ghasha-Projekt war darauf ausgelegt, künftig bis zu 1,8 Milliarden Kubikfuß Gas pro Tag zu fördern und mit Netto-Null-Emissionen zu arbeiten.

