ADNOC plant Milliardenübernahme von Santos
Australischer Energiekonzern soll strategische LNG-Projekte im Asien-Pazifik-Raum sichern

Ein internationales Konsortium unter Führung der staatlichen Ölgesellschaft von Abu Dhabi, ADNOC, hat ein Übernahmeangebot in Höhe von 18,7 Milliarden US-Dollar für den australischen Gasproduzenten Santos vorgelegt. Der Vorstand von Santos kündigte an, das Angebot unter bestimmten Bedingungen unterstützen zu wollen. Die Offerte sieht einen Preis von 5,76 US-Dollar je Aktie vor, was einem Aufschlag von 28 Prozent auf den letzten Schlusskurs entspricht.
Mit der Übernahme, die unter Einbeziehung von Schulden einem Unternehmenswert von 36,4 Milliarden australischen Dollar entspricht, wäre dies die größte Barübernahme in der Unternehmensgeschichte Australiens. Im globalen Maßstab wäre es die drittgrößte Übernahme auf dem australischen Markt. Die beteiligten Unternehmen neben ADNOC sind die Investmentgesellschaft ADQ sowie die Private-Equity-Firma Carlyle. Das Konsortium agiert über das ADNOC-nahe Investmentvehikel XRG.
Die Anteilsscheine von Santos legten nach Bekanntwerden der Nachricht im frühen Handel um 15 Prozent zu, notierten aber mit 7,86 australischen Dollar deutlich unter dem Angebotspreis. Analysten sehen regulatorische Hürden als Hauptrisiko für das Zustandekommen des Geschäfts. Genehmigungen werden unter anderem von der australischen Regierung, den Behörden Papua-Neuguineas und auch von der US-Regierung benötigt. Santos kontrolliert kritische Energieinfrastruktur, was eine Zustimmung durch das Foreign Investment Review Board erschweren könnte.
Ein zentrales Interesse der Käufer liegt auf den LNG-Aktivitäten von Santos. Mit der Übernahme würden sie Anteile an mehreren Verflüssigungsanlagen erwerben – darunter Gladstone LNG an der Ostküste Australiens, Darwin LNG im Norden sowie Beteiligungen an PNG LNG und dem geplanten Papua LNG-Projekt. ADNOC verfolgt das Ziel, ein global führendes Gas- und LNG-Unternehmen mit einer Jahreskapazität von 20 bis 25 Millionen Tonnen bis 2035 aufzubauen.
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Zur AktienanalyseDas Konsortium führte laut Angaben zuvor bereits zwei nicht veröffentlichte Gebote im März ab, die zwischen 5,04 und 5,42 US-Dollar je Aktie lagen. Der aktuelle Vorschlag wird exklusiv mit Santos verhandelt. Die Zustimmung von mindestens 75 Prozent der Aktionäre ist erforderlich, damit die Transaktion umgesetzt werden kann. Eine Gegenofferte halten Branchenkenner für unwahrscheinlich, da nur ADNOC bereit sei, eine solch hohe Prämie für strategische LNG-Zugänge zu zahlen.


