Adnoc plant Covestro-Übernahme
Aktie steigt nach Verhandlungsfortschritten und geplanter Preiserhöhung.

In die Übernahmegespräche zwischen dem arabischen Ölkonzern Adnoc und dem Kunststoffhersteller Covestro kommt Bewegung. Der Aufsichtsrat des Leverkusener Unternehmens hat am Montag beschlossen, mit Adnoc in konkrete Verhandlungen über eine mögliche Transaktion und über eine Investitionsvereinbarung einzutreten. Dafür wird den Arabern nun der detaillierte Zugang zu den Unternehmensbüchern von Covestro gewährt. Adnoc hat in Aussicht gestellt, nach dieser Due Diligence den Angebotspreis auf 62 Euro je Aktie zu erhöhen. Covestro würde so mit 11,7 Milliarden Euro bewertet. Damit rückt eine Übernahme des Leverkusener Unternehmens durch den arabischen Staatskonzern näher.
An der Frankfurter Börse sorgte die Nachricht für einen Kurssprung. Die Covestro-Aktie legte am Vormittag um etwa fünf Prozent auf rund 53,80 Euro zu. Beide Unternehmen sprechen seit mittlerweile zehn Monaten über eine mögliche Transaktion. Bisher lief dies hinter verschlossenen Türen ab – über lockere Gespräche der Firmenleitungen, vor allem aber über die beteiligten Investmentbanken. Ein offizielles Angebot der Araber liegt weiterhin nicht vor, nur ein Vorschlag über Details eines Kaufs.
Adnoc zögert damit, weil die Araber keinen öffentlichen Druck in die Gespräche bringen wollen. Laut Verhandlungskreisen will Adnoc unbedingt eine Übereinkunft mit dem Management von Covestro erzielen und sich dessen Unterstützung sichern. Der Vorstand um Konzernchef Markus Steilemann solle nach einer Transaktion an Bord bleiben. „Wir haben in unseren Gesprächen mit Adnoc gute Fortschritte erzielt. Daher haben wir beschlossen, in konkrete Transaktionsverhandlungen mit Adnoc einzutreten“, sagte Covestro-Chef Steilemann. Zugleich dämpfte er die Erwartungen, indem er betonte, dass es noch keine endgültige Übereinkunft gebe. Es habe sich jedoch gezeigt, dass ein gemeinsames Grundverständnis mit Adnoc über wesentliche Kernthemen einer möglichen Transaktion erzielt werden könne.
Die strategische Bedeutung einer solchen Übernahme ist für beide Seiten erheblich. Für Adnoc würde die Übernahme von Covestro den Einstieg in den Markt für Spezialchemikalien und Kunststoffe bedeuten und damit eine Diversifizierung des Portfolios über das traditionelle Ölgeschäft hinaus. Covestro wiederum könnte von den erheblichen finanziellen Ressourcen und der langfristigen Planungssicherheit profitieren, die ein großer Staatskonzern wie Adnoc bieten kann.
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Zur AktienanalyseDie Gespräche gehen nun in eine entscheidende Phase. Investoren und Marktbeobachter verfolgen die Entwicklungen mit großem Interesse. Ein erfolgreicher Abschluss der Verhandlungen könnte weitreichende Folgen für beide Unternehmen und den gesamten Markt für Kunststoffe und Spezialchemikalien haben. Wie sich die Verhandlungen in den kommenden Wochen entwickeln werden, bleibt abzuwarten.


