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Adecco überholt Randstad im Zeitarbeitsmarkt

Branche schrumpft weiter – Familienunternehmen trotzen dem Abwärtstrend mit Diversifikation

 Adecco überholt Randstad im Zeitarbeitsmarkt

Die Adecco Group hat sich 2024 erstmals an die Spitze des deutschen Zeitarbeitsmarkts gesetzt und Randstad von Platz eins verdrängt. Dieser Führungswechsel in der Branche basiert allerdings nicht auf Wachstum, sondern auf einem vergleichsweise geringeren Umsatzrückgang bei Adecco. Während das Deutschland-Geschäft von Randstad von knapp 1,9 Milliarden Euro im Jahr 2023 auf rund 1,65 Milliarden Euro im Jahr 2024 sank, verzeichnete Adecco einen Rückgang auf 1,75 Milliarden Euro und lag damit knapp vorn.

Die Branche insgesamt befindet sich seit Jahren im Rückgang. Die Zahl der Beschäftigten in der Zeitarbeit sank seit 2017 um 300.000 auf aktuell 728.000. Auch das Marktvolumen zeigt eine rückläufige Entwicklung: Während 2017 noch 34,5 Milliarden Euro umgesetzt wurden, lag das Volumen 2024 nur noch bei rund 31 bis 32 Milliarden Euro. Die von Lünendonk & Hossenfelder analysierten 25 größten Anbieter machen etwa ein Drittel dieses Marktes aus.

Peter Blersch, Chef von Adecco Deutschland und Österreich, betont, dass die wirtschaftliche Stagnation die Nachfrage nach Personallösungen weiterhin dämpfe. Im ersten Quartal 2025 verzeichnete Adecco einen Umsatzrückgang von rund 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, Randstad büßte etwa zehn Prozent ein. Die Zeitarbeitsbranche gilt als Frühindikator für die Gesamtwirtschaft, was diese Entwicklung besonders relevant macht.

Auf Rang drei im Branchenranking folgt House of HR mit einem Umsatzrückgang von einer Milliarde Euro auf 927 Millionen Euro. Den Rückgang der gesamten Branche führen Experten weniger auf gesetzliche Eingriffe zurück – wie etwa das 2021 eingeführte Verbot von Zeitarbeit in der Fleischindustrie – sondern auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges.

Ein Sonderfall im Markt ist das Familienunternehmen I.K. Hofmann aus Nürnberg. Während viele Anbieter Umsatzverluste verzeichneten, konnte Hofmann ein leichtes Plus von 440 auf 446 Millionen Euro erzielen und damit im Ranking an Manpower vorbeiziehen. Firmenchefin Ingrid Hofmann betont jedoch, dass dieses Wachstum hauptsächlich auf Tariferhöhungen zurückzuführen sei, die an Kunden weitergegeben wurden. Die strategische Diversifizierung des Unternehmensportfolios wird als möglicher Stabilitätsfaktor genannt, insbesondere im Hinblick auf Herausforderungen wie die Transformation der Automobilindustrie oder geopolitische Unsicherheiten.

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