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Abercrombie & Fitch senkt Jahresprognose wegen 15%-Zöllen

Der US-Modehändler kämpft mit neuen Importzöllen und enttäuscht Anleger mit verhaltenem Umsatzausblick für 2026.

Abercrombie & Fitch senkt Jahresprognose wegen 15%-Zöllen

Abercrombie & Fitch hat seinen Jahresausblick für das Geschäftsjahr 2026 unter dem Druck neuer US-Importzölle gedämpft. Die Aktie des Modekonzerns verlor im vorbörslichen Handel rund 7%. Der Konzern rechnet nun mit einem Nettoumsatzwachstum von lediglich 3% bis 5% – Analysten hatten im Schnitt ein Plus von 4,2% erwartet.

Das Unternehmen hat seinen Ausblick auf Basis eines globalen US-Zollsatzes von 15% kalkuliert, der auf alle in die Vereinigten Staaten importierten Waren erhoben wird. Grundlage ist eine Ankündigung der US-Regierung vom 21. Februar. US-Finanzminister Scott Bessent bestätigte am Mittwoch, dass dieser befristete Satz noch in dieser Woche in Kraft treten soll.

Zollbelastung drückt auf die Marge

Abercrombie beziffert die Zollbelastung auf rund 70 Basispunkte des Nettoumsatzes für das Gesamtjahr 2026. Das ist deutlich weniger als die 170 Basispunkte, vor denen das Unternehmen Anfang des Jahres noch gewarnt hatte. Potenzielle Rückerstattungen bereits aufgehobener Zölle sind in der aktuellen Prognose nicht berücksichtigt.

Besonders relevant für Abercrombie sind Länder wie Vietnam und Indonesien, die als wichtige Beschaffungsmärkte für den Konzern gelten. Der neue Zollsatz von 15% liegt zwar unter dem zusätzlichen Satz von 20%, der im Vorjahr auf diese Länder erhoben wurde – entlastet den Konzern aber dennoch nicht vollständig.

Beim Gewinn je Aktie zeigt sich ein gemischtes Bild: Abercrombie erwartet für 2026 einen Nettogewinn zwischen 10,20 und 11,00 US-Dollar je Aktie. Der Mittelwert dieser Spanne liegt mit rund 10,60 Dollar leicht über den Analystenerwartungen von 10,36 Dollar.

Branche reagiert unterschiedlich auf Zollunsicherheit

Der Umgang mit der Zollunsicherheit variiert im Einzelhandel erheblich. Während Abercrombie konkrete Annahmen in seine Prognose eingearbeitet hat, wählten Unternehmen wie der Schweizer Sneaker-Hersteller On Holding und der Elektronikhändler Best Buy einen anderen Weg: Sie klammerten Zollauswirkungen aus ihren Jahresprognosen aus und verwiesen auf das volatile Umfeld.

Hintergrund der aktuellen Lage ist eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA, der Trumps umfassende Zölle auf Basis des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) aufgehoben hatte. Daraufhin kündigte US-Präsident Donald Trump Ende Februar an, einen befristeten Zollsatz von 10% auf das gesetzlich zulässige Maximum von 15% anzuheben.

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