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AbbVie übertrifft Erwartungen: Immunologie-Medikamente kompensieren Humira-Rückgang

US-Pharmakonzern hebt Gewinnprognose für 2026 an und profitiert von Skyrizi und Rinvoq

AbbVie übertrifft Erwartungen: Immunologie-Medikamente kompensieren Humira-Rückgang

Der US-Pharmakonzern AbbVie hat am Mittwoch eine Gewinnprognose für 2026 vorgelegt, die über den Erwartungen der Wall Street liegt. Das Unternehmen profitiert dabei von der starken Nachfrage nach seinen neueren Immunologie-Medikamenten Skyrizi und Rinvoq, während der Umsatzrückgang beim einstigen Blockbuster Humira geringer ausfällt als befürchtet.

AbbVie erwartet für 2026 einen bereinigten Gewinn pro Aktie zwischen $14,37 und $14,57. Damit liegt die Prognose deutlich über der durchschnittlichen Analystenschätzung von $14,24. Auch im vierten Quartal 2024 übertraf der Konzern mit einem bereinigten Gewinn von $2,71 pro Aktie die Erwartungen von $2,65.

Die strategische Neuausrichtung des Unternehmens zahlt sich aus. Humira, einst das weltweit meistverkaufte Medikament mit einem Spitzenumsatz von über $21 Milliarden im Jahr 2022, verlor in den USA den Patentschutz und sieht sich seitdem der Konkurrenz durch günstigere Biosimilars ausgesetzt. Im vierten Quartal sanken die weltweiten Humira-Umsätze um 25,9 Prozent auf $1,25 Milliarden – übertrafen jedoch die Analystenschätzungen von $983,8 Millionen.

Skyrizi und Rinvoq als Wachstumstreiber

Das Immunologie-Medikament Skyrizi entwickelt sich zum neuen Zugpferd des Konzerns. Mit einem Umsatz von $5,01 Milliarden im Jahr 2024 wuchs das Präparat um 32,5 Prozent und übertraf die Wall-Street-Schätzungen von $4,82 Milliarden deutlich. Rinvoq steigerte die Umsätze um 29,5 Prozent auf $2,37 Milliarden, verfehlte jedoch knapp die Erwartungen von $2,41 Milliarden.

Beide Medikamente werden zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis und rheumatoider Arthritis eingesetzt und sollen den Umsatzrückgang bei Humira kompensieren. Die Strategie scheint aufzugehen: AbbVie hat seit dem Patentverlust von Humira mehr als $20 Milliarden für Übernahmen ausgegeben und plant, in den nächsten zehn Jahren weitere $10 Milliarden zu investieren, unter anderem in den Bau von vier neuen Produktionsstätten in den USA.

Botox zeigt erste Erholungszeichen

Auch beim Anti-Falten-Präparat Botox gibt es positive Signale. Die Umsätze für kosmetische Anwendungen stiegen erstmals seit dem dritten Quartal 2024 wieder und erreichten $717 Millionen, womit sie die Schätzungen von $696,2 Millionen übertrafen. Die Nachfrage hatte zuvor unter wirtschaftlichen Unsicherheiten, Inflationssorgen und neuer Konkurrenz durch Produkte von Revance und Evolus gelitten.

Für deutsche Anleger zeigt sich AbbVie als solide aufgestellter Pharmawert, der den Übergang vom Blockbuster Humira zu einem diversifizierten Portfolio erfolgreich meistert. Die überzeugende Quartalsbilanz und die optimistische Prognose unterstreichen die Wachstumsperspektiven des Unternehmens.

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