60/40-Portfolio für die Altersvorsorge: Ist das Modell überholt?
Steigende Ölpreise und Marktturbulenzen stellen das klassische Aktien-Anleihen-Modell der Altersvorsorge ernsthaft in Frage.

Das 60/40-Portfolio gilt seit Jahrzehnten als Fundament solider Altersvorsorge. Doch angesichts globaler Marktturbulenzen – zuletzt ausgelöst durch Präsident Trumps Rede zum Iran-Konflikt – wächst die Skepsis, ob dieses bewährte Modell noch trägt. US-Aktienfutures deuten auf Verluste zur Eröffnung hin, während Brent-Rohöl wieder auf 108 US-Dollar pro Barrel gestiegen ist.
Der klassische Mix aus Aktien und Anleihen folgt dabei keiner starren Formel. Jüngere Sparer halten typischerweise einen höheren Aktienanteil, während der Anleihenanteil mit zunehmendem Alter steigt. Der Vanguard Target-Date-Fonds 2025 – gedacht für Menschen, die gerade in Rente gehen – investiert bereits mehr als die Hälfte des Vermögens in Anleihen. Sein Pendant für 2065, also für Sparer mit 40 Jahren Anlagehorizont, sieht hingegen weniger als 10 Prozent in Anleihen vor.
Anleihen als Stoßdämpfer – ein Modell unter Druck
Die Logik hinter dem Modell ist historisch belegt. Im Krisenjahr 2008 verlor der S&P 500 inklusive Dividenden rund 37 Prozent, während 10-jährige US-Staatsanleihen eine positive Rendite von 20 Prozent erzielten. Anleihen federten den Einbruch ab – genau wie vorgesehen.
Doch das Zinsumfeld hat sich grundlegend verändert. In einer Welt steigender Zinsen verlieren Anleihen an Wert, was den klassischen Ausgleichsmechanismus untergräbt. Deutsche Privatanleger, die auf ähnliche Mischfonds oder Riester- und Rürup-Produkte setzen, sollten diesen Strukturwandel im Blick behalten.
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Zur AktienanalyseDie aktuelle geopolitische Lage – steigende Ölpreise, Unsicherheit rund um den Iran-Konflikt und schwächelnde Überseemärkte – verdeutlicht, wie komplex das Marktumfeld geworden ist. Ob das 60/40-Modell weiterhin als verlässlicher Baustein der Altersvorsorge taugt, bleibt eine der zentralen Fragen für Anleger in diesem Jahr.


