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60 Staaten beraten Ausstieg aus fossilen Brennstoffen in Kolumbien

Während der Iran-Krieg die Energiepreise weltweit treibt, treffen sich Minister in Santa Marta zur ersten internationalen Konferenz über den Fossilen-Ausstieg.

60 Staaten beraten Ausstieg aus fossilen Brennstoffen in Kolumbien

Rund 60 Regierungen, darunter Deutschland, Brasilien, Kanada und Nigeria, halten diese Woche das erste internationale Treffen ab, das sich gezielt dem Ausstieg aus fossilen Brennstoffen widmet. Die Konferenz findet ab Dienstag im kolumbianischen Santa Marta statt – zu einem Zeitpunkt, an dem der Iran-Krieg die globalen Öl- und Gasmärkte erschüttert und die Energiepreise weltweit in die Höhe treibt.

Im Mittelpunkt der Gespräche stehen praktische Schritte zur Abkehr von Kohle, Öl und Gas – nicht die Aushandlung neuer Klimaziele. „Wir verhandeln nicht über Ambitionen, wir verhandeln nicht über Verpflichtungen. Es geht wirklich darum, Erfahrungen über die Umsetzung auszutauschen", erklärte Stientje van Veldhoven, Klimaministerin der Niederlande, die das Treffen gemeinsam mit Kolumbien organisiert.

Die Regierungen wollen konkret erörtern, welche Finanzinstrumente, regulatorischen Anreize und Planungswerkzeuge notwendig sind, um einen geordneten Ausstieg einzuleiten. Themen sind auch die Schaffung von Investitionsbedingungen für die Industrie, um von Gas auf Elektrizität umzusteigen, sowie die Reform von Subventionen für fossile Brennstoffe.

Koalition der Willigen – ohne China und USA

Das Treffen bringt eine sogenannte Koalition der Willigen zusammen. Auffallend abwesend sind jedoch die beiden weltgrößten Treibhausgasemittenten: China und die USA nehmen nicht teil. Auch Saudi-Arabien und andere große Öl- und Gasproduzenten aus dem Nahen Osten sind nicht vertreten.

Das Fehlen dieser Schlüsselakteure verdeutlicht die Grenzen des Formats – zeigt aber auch, warum ein solches Treffen außerhalb der UN-Klimaprozesse überhaupt stattfindet. Bei den jährlichen UN-Klimagipfeln müssen fast 200 Länder Entscheidungen im Konsens treffen, was Fortschritte regelmäßig blockiert. Auf dem COP28-Gipfel 2023 einigten sich die Länder zwar auf eine Abkehr von fossilen Brennstoffen – doch die nachfolgenden COP-Treffen brachten kaum Fortschritte, da Länder wie Saudi-Arabien entsprechende Vorschläge blockierten.

Iran-Krieg als Argument für Energiewende

Der laufende Krieg im Iran hat die Abhängigkeit vieler Länder von Öl- und Gasimporten schonungslos offengelegt. Asiatische Volkswirtschaften kämpfen mit Treibstoffknappheit, europäische Länder sehen sich mit sprunghaft steigenden Energiekosten konfrontiert – eine Situation, die Erinnerungen an die Energiekrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine weckt.

Van Veldhoven sieht in der aktuellen Lage ein zusätzliches Argument für die Energiewende: „Dieser Krieg im Nahen Osten hat aufgrund unserer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen Auswirkungen auf die ganze Welt", sagte sie. „Je weniger man davon abhängig ist, desto weniger anfällig ist man." Die Energiekrise stärke damit nicht nur das Klimaschutzargument, sondern auch das Argument der Wirtschafts- und Energiesicherheit.

Kohlendioxidemissionen aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas gelten als Hauptursache des Klimawandels. Das Treffen in Santa Marta soll zeigen, dass eine Gruppe entschlossener Länder bereit ist, über konkrete Umsetzungsschritte zu sprechen – auch wenn die großen Emittenten noch nicht am Tisch sitzen.

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