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250.000 Zigaretten: Ein Raucher berichtet vom schweren Ausstieg

Ein FT-Autor beschreibt 35 Jahre Nikotinsucht, gescheiterte Versuche und den Weg zur Entwöhnung bei Allen Carr's Easyway.

250.000 Zigaretten: Ein Raucher berichtet vom schweren Ausstieg

Ein Journalist der Financial Times hat nach eigenen Angaben in seiner Karriere mehr als 250.000 Zigaretten geraucht. Begonnen hatte er 1988 im Alter von 15 Jahren – aus denselben Gründen wie die meisten: Gruppenzwang und der Wunsch, cool zu wirken. Was folgte, waren 35 Jahre Nikotinabhängigkeit und rund 20 Jahre erfolgloser Versuche, damit aufzuhören.

Der Erfahrungsbericht, erschienen im FT-Magazin HTSI, zeichnet ein schonungsloses Bild der Sucht. In seinen schlimmsten Phasen rauchte der Autor von morgens bis abends – auf der Toilette, in der Badewanne, im Bett, in Zügen und Bussen. Er rauchte krank, betrunken und verkatert. Kein Moment schien ohne Zigarette vollständig.

Gescheiterte Versuche über zwei Jahrzehnte

Die Liste der Entwöhnungsversuche ist lang: Nikotinpflaster, Kaugummis, ein koreanischer Hypnotiseur, Apps, SMS-Dienste mit positiven Bestärkungen. Einmal hielt er einen Monat durch – mit reiner Willenskraft. Doch er wusste, dass es nur eine Frage der Zeit war. Ohne Zigaretten war er nach eigener Beschreibung nervös, gereizt und hochemotional. Freunde und Kollegen drängten ihn verständlicherweise, das Aufhören wieder aufzugeben.

Dass solche Erfahrungen keine Ausnahme sind, belegt eine aktuelle Studie der University College London (UCL) aus dem Jahr 2025: Nur 29 Prozent der britischen Raucher, die einen Aufhörversuch unternehmen, schaffen es tatsächlich – weniger als einer von drei.

Im Jahr 2022 vollzog der Autor auf Empfehlung eines Freundes den Wechsel zur E-Zigarette. Zunächst kombinierte er Zigaretten und Vapes, bis er 2024 vollständig auf Tabak verzichtete. Doch damit war die Sucht nicht überwunden – er hatte lediglich das Medium gewechselt. Statt Zigaretten konsumierte er nun handtellergroße Einweg-Vapes der Marke Lost Mary.

Vaping als Zwischenschritt – nicht als Lösung

Vapes funktionieren ähnlich wie Zigaretten: Das Nikotin gelangt über die Lunge in den Blutkreislauf und ins Gehirn, setzt Dopamin und Serotonin frei. Die Befriedigung ist flüchtig – und muss daher fast sofort wiederholt werden. Der NHS in Großbritannien fördert das Vaping offiziell als Teil des staatlichen Raucherentwöhnungsprogramms. Der entscheidende Unterschied: Vapes verbrennen keinen Tabak, sondern erhitzen ein sogenanntes E-Liquid. Eine brennende Zigarette setzt Tausende von Chemikalien frei, viele davon giftig und krebserregend. „Kurz- und mittelfristig stellt Vaping nur einen kleinen Bruchteil der Risiken des Rauchens dar", so der NHS. Etwa die Hälfte aller regelmäßigen Raucher stirbt laut NHS durch ihre Gewohnheit.

Den nächsten Schritt unternahm der Autor schließlich in einem unscheinbaren Raum im zweiten Stock eines Backsteingebäudes in Raynes Park, Südwest-London: der Weltzentrale von Allen Carr's Easyway. Für 379 britische Pfund – inklusive Tee und Keksen – verbrachte er dort einen Tag gemeinsam mit rund einem Dutzend weiterer Raucher und Vaper. Die Gruppe war bunt gemischt: Männer und Frauen im Alter von etwa 30 bis 70 Jahren, verschiedenste Nationalitäten und Ethnien – vereint durch eine langjährige Nikotinsucht.

Allen Carr's Methode mit weltweiter Reichweite

Die Organisation Allen Carr's Easyway gibt an, bislang rund 50 Millionen Menschen weltweit von der Nikotinsucht befreit zu haben. Die Methode setzt nicht auf Willenskraft oder Ersatzmittel, sondern auf eine veränderte Einstellung zur Sucht. Allen Carr selbst beschreibt in seinem bekannten Buch den Ansatz des reinen Willensaufhörens als den Versuch, „in einer Hängematte stehend Liebe zu machen" – zum Scheitern verurteilt.

Der persönliche Erfahrungsbericht des FT-Autors ist kein klassischer Finanzartikel – aber er berührt ein Thema mit erheblicher wirtschaftlicher Dimension. Tabakkonzerne weltweit kämpfen mit sinkenden Raucherzahlen in westlichen Märkten, während die Vaping-Industrie boomt. Gleichzeitig wächst der Markt für Raucherentwöhnungsprodukte und -dienstleistungen stetig. Für Millionen Betroffene bleibt die Frage, wie man aus der Nikotinfalle herauskommt, eine der drängendsten des Alltags.

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