14 illegale Bergleute sterben in stillgelegter Mine in Südafrika
Nahe Rustenburg in der Provinz Nordwest forderte ein Unglück in einer verlassenen Mine 14 Todesopfer und zahlreiche Verletzte.

JOHANNESBURG – In einer stillgelegten Mine nahe der Stadt Rustenburg in der südafrikanischen Provinz Nordwest sind 14 illegale Bergleute ums Leben gekommen. Zahlreiche weitere Personen wurden verletzt, wie die südafrikanische Polizei am Dienstag mitteilte. Weitere Details zum genauen Hergang des Unglücks nannte die Polizei zunächst nicht. Ein hochrangiger Polizeivertreter der Provinz befand sich zum Zeitpunkt der Meldung auf dem Weg zum Einsatzort.
Der Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf ein tief verwurzeltes Problem in Südafrika: den illegalen Bergbau, der das Land seit Jahrzehnten belastet. Dabei reicht das Spektrum der kriminellen Aktivitäten von einfachem Rohstoffdiebstahl bis hin zu hochorganisierten kriminellen Netzwerken, die ganze Minenbereiche kontrollieren.
Illegaler Bergbau als strukturelles Problem
Das typische Vorgehen der sogenannten „Zama Zamas" – wie illegale Bergleute in Südafrika umgangssprachlich genannt werden – folgt einem bekannten Muster: Ohne gültige Genehmigungen dringen sie in Minen ein, die von kommerziellen Bergbauunternehmen aufgegeben wurden. Ihr Ziel sind verbliebene Rohstoffvorkommen, die für die reguläre Industrie wirtschaftlich nicht mehr rentabel sind, für Einzelpersonen jedoch lukrativ sein können.
Besonders gefährlich wird die Situation, wenn diese Gruppen unter der Kontrolle gewalttätiger krimineller Banden stehen. Verlassene Minen bieten kaum Sicherheitsstandards, und die Arbeitsbedingungen sind extrem riskant – fehlende Belüftung, instabile Stollen und der Verzicht auf Schutzausrüstung erhöhen das Unfallrisiko erheblich.
Milliardenschäden für Staat und Industrie
Der illegale Bergbau verursacht in Südafrika massive wirtschaftliche Schäden. Jährlich entgehen dem Staat und der Bergbauindustrie Hunderte Millionen US-Dollar an Einnahmen – durch entgangene Umsätze, nicht abgeführte Steuern und fehlende Lizenzgebühren. Für ein Land, das stark von seinen Bodenschätzen abhängig ist und in dem die Bergbaubranche eine zentrale wirtschaftliche Rolle spielt, ist dies eine erhebliche Belastung.
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Zur AktienanalyseSüdafrika zählt zu den rohstoffreichsten Ländern der Welt und verfügt über bedeutende Vorkommen an Platin, Gold, Chrom und anderen Metallen. Gerade die Region um Rustenburg gilt als eines der wichtigsten Platinabbaugebiete weltweit. Die Anziehungskraft auf illegale Bergleute ist dort entsprechend hoch.
Die Behörden stehen seit Jahren vor der schwierigen Aufgabe, den illegalen Bergbau wirksam zu bekämpfen. Einerseits gefährdet er Menschenleben, andererseits entzieht er dem Staat dringend benötigte Steuereinnahmen. Bisherige Maßnahmen konnten das Problem bislang nicht nachhaltig eindämmen. Der jüngste Vorfall nahe Rustenburg zeigt einmal mehr, wie gefährlich und weitreichend das Phänomen des illegalen Bergbaus in Südafrika nach wie vor ist.


