103-jähriger Arzt verrät seine drei Regeln für ein langes Leben
Howard Tucker, von Guinness als ältester Arzt aller Zeiten ausgezeichnet, teilte kurz vor seinem Tod seine Lebensweisheiten.

Howard Tucker, Neurologe aus Cleveland, Ohio, verstarb am 22. Dezember 2025 im Alter von 103 Jahren. Kurz zuvor hatte er für CNBC Make It einen Essay verfasst, in dem er seine drei wichtigsten Prinzipien für ein langes und erfülltes Leben beschrieb. Guinness World Records hatte ihn als ältesten Arzt aller Zeiten ausgezeichnet – ein Titel, den er nie angestrebt hatte.
Tucker war mehr als 75 Jahre lang als Neurologe tätig und praktizierte, bis sein Krankenhaus im Jahr 2022 schloss. Sein Leben war ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass geistige Aktivität und Neugier keine Altersgrenzen kennen. Mit Anfang 60 besuchte er neben seiner Vollzeittätigkeit als Arzt die Abendschule für Rechtswissenschaften – und bestand mit 67 Jahren das Anwaltsexamen im US-Bundesstaat Ohio.
Regel 1: Den Geist aktiv halten
„Der Geist ist wie jeder andere Muskel im Körper: Wenn man ihn nicht benutzt, erschlafft er", schrieb Tucker. Diese Überzeugung lebte er konsequent vor. Als ein Kapitel seiner medizinischen Karriere endete, suchte er neue Wege – etwa durch medizinisch-rechtliche Gutachten und den Umgang mit sozialen Medien. Während der Pandemie unterrichtete er Assistenzärzte am St. Vincent Charity Medical Center und Jurastudenten an der Case Western Reserve University.
Tucker betonte, dass geistige Aktivität keinen klassischen Beruf erfordert. Ehrenamtliches Engagement, Lesen, das Erlernen einer neuen Fähigkeit, Musizieren oder der Beitritt zu einem Verein – all das könne den Geist lebendig halten. „Ich habe erlebt, wie viele Menschen abbauen, sobald sie aufhören, am Weltgeschehen teilzunehmen", schrieb er.
Regel 2: Bitterkeit loslassen
Tuckers zweite Regel mag überraschen: Wer ein langes Leben führen möchte, sollte Wut und Groll hinter sich lassen. „Wut und Groll kosten Energie. Sie fordern einen körperlichen Tribut", erklärte er. Aus seiner Sicht schaden sie der Person, die sie hegt, mehr als jedem anderen.
Tucker verwies dabei auf konkrete gesundheitliche Folgen: Wut könne den Blutdruck erhöhen, Stresshormone vermehren und langfristig das Risiko für Herzerkrankungen steigern. Er betonte jedoch, dass es nicht darum gehe, Unrecht zu vergessen oder schlechtes Verhalten zu entschuldigen. Vielmehr solle man nicht zulassen, dass Bitterkeit das eigene Leben übernimmt. „Ich hatte schon immer das Gefühl, dass es gesünder ist, nach vorne zu blicken", schrieb er.
Regel 3: Maßhalten und das Leben genießen
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Zur AktienanalyseDie dritte Regel Tuckers lautet: Genuss ja – aber mit Maß. Er selbst genoss einen Martini und ein gutes Steak, legte aber gemeinsam mit seiner Frau Sue, mit der er seit 68 Jahren verheiratet war, auch Wert auf Ausgewogenheit. Viel Salat, Gemüse und Mäßigung in allen Dingen gehörten zu ihrem Alltag.
„Für mich ist Mäßigung das, was Genuss auf lange Sicht erst möglich macht", schrieb Tucker. Dieses Prinzip gelte nicht nur für die Ernährung, sondern für viele Lebensbereiche. Zu viel von allem könne einen zermürben – zu wenig aber denselben Effekt haben.
Tucker fasste seine Botschaft schlicht zusammen: „Halten Sie Ihren Geist aktiv, lassen Sie Bitterkeit los und genießen Sie das Leben." Er war zudem der Protagonist des Dokumentarfilms „What's Next?", der von seinem Enkel Austin Tucker produziert wurde. Sein Essay wurde mit dem Einverständnis seiner Familie nach seinem Tod veröffentlicht.


