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10-Punkte-Checkliste für die Auswahl von Nebenwerte-Aktien

Erfahrener Small-Cap-Investor Charles Montanaro erklärt, wie Anleger Gewinner von Verlierern bei Nebenwerten trennen können.

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10-Punkte-Checkliste für die Auswahl von Nebenwerte-Aktien

Small-Cap-Aktien können spannende Renditen liefern – aber auch erhebliche Risiken bergen. Charles Montanaro, Gründer von Montanaro Asset Management, hat in seiner jahrzehntelangen Karriere eine klare 10-Punkte-Checkliste entwickelt, mit der Anleger vielversprechende Nebenwerte identifizieren können. Die Philosophie dahinter reicht bis ins Jahr 1982 zurück, als Montanaro erstmals auf Warren Buffett stieß.

„Ich las, was er schrieb, hörte zu, was er sagte, und dachte mir: Er ist ein Genie, warum kopiere ich nicht einfach, was er tut?", erklärt Montanaro. Sein Unternehmen gründete er 1991, doch die Grundprinzipien seiner Anlagestrategie sind noch älter. Im Podcast „On The Money Show" von Interactive Investor erläuterte er seine Methodik im Detail.

Die 10 Kriterien im Überblick

Der erste und grundlegendste Punkt lautet: Verstehen Sie wirklich, was das Unternehmen tut? Montanaro betont, dass man nur in Unternehmen investieren sollte, die innerhalb des eigenen Kompetenzbereichs liegen – ein Prinzip, das er direkt von Buffett übernommen hat. Als persönliches Beispiel nennt er Schuhunternehmen: „In meiner gesamten Laufbahn habe ich mit Investitionen in Schuhe nie Geld verdient, also habe ich aufgehört, es zu versuchen."

Punkt zwei lautet: Kaufen Sie die Besten. Montanaro empfiehlt, gezielt nach Marktführern zu suchen. Wer die Nummer eins in seinem Segment ist, bietet in der Regel Waren oder Dienstleistungen an, die gefragt sind – und macht offensichtlich etwas richtig. Dabei gilt es, Marktanteile, Preismacht, Alleinstellungsmerkmale (USPs) und geistiges Eigentum (IP) zu analysieren.

Drittens steht Qualität im Fokus: Hat das Unternehmen die Kontrolle über sein eigenes Schicksal? Stark zyklische Unternehmen, die vom Konjunkturzyklus abhängig sind, fallen damit durch das Raster. Montanaro sucht stattdessen nach sogenannten „Compoundern" – Unternehmen, die strukturell wachsen.

Wiederkehrende Umsätze und Profitabilität als Pflichtkriterien

Punkt vier dreht sich um Vorhersehbarkeit: Haben die Unternehmen wiederkehrende Umsätze? Lassen sich die Gewinne mit einiger Sicherheit prognostizieren? Denn letztlich sind es die Gewinne, die die Renditen antreiben.

Fünftens investiert Montanaro ausschließlich in profitable Unternehmen. „Warum sollte man in ein verlustbringendes Unternehmen investieren? Oft bleiben verlustbringende Unternehmen verlustbringend – und oft gehen sie pleite", so der Fondsmanager. Gerade bei Small Caps sei das Risiko höher als bei etablierten Bluechips wie HSBC oder Shell.

Sechstens steht das Bilanzrisiko im Mittelpunkt. Hochverschuldete, zyklische Unternehmen können in einer Rezession das gesamte investierte Kapital vernichten. Montanaro warnt ausdrücklich vor dieser Kombination.

Als siebten Punkt betont er den Wachstumsfokus: „Ich frage mich manchmal, warum Leute bei Small Caps einen Value-Ansatz wählen, denn man versucht ja, die großen Unternehmen der Zukunft zu finden." Konkret sucht er nach Unternehmen mit einem jährlichen Gewinn-je-Aktie-Wachstum (EPS) von mindestens 10 Prozent.

Bewertung, Hidden Gems und Management

Achtens darf die Bewertung nicht vernachlässigt werden. Montanaro bezeichnet sich als GARP-Investor – „Growth at a Reasonable Price", also Wachstum zu einem vernünftigen Preis. Er zitiert dabei erneut Buffett: „Es ist weitaus besser, ein wunderbares Unternehmen zu einem vernünftigen Preis zu finden als ein mittelmäßiges Unternehmen zu einem günstigen Preis."

Neuntens sucht Montanaro nach sogenannten „Hidden Gems" – versteckten Perlen. Als Orientierung gilt: Unternehmen, die von weniger als fünf Analysten beobachtet werden, sind oft noch nicht im breiten Marktbewusstsein angekommen. Genau dort lässt sich ein Informationsvorsprung erzielen. „Es gibt viele Weltmarktführer da draußen, von denen Sie noch nie gehört haben", erklärt er.

Der zehnte und letzte Punkt betrifft das Management. Bei Small Caps drehe sich letztlich alles um Menschen. Montanaro verbringt bewusst Zeit mit Unternehmensführungen – außerhalb des Büros und bei Besuchen vor Ort. Entscheidend sind Fragen wie: Sind die Manager leidenschaftlich? Glauben sie an ihr eigenes Unternehmen? Haben sie einen hohen Anteil an Insider-Besitz?

Was Privatanleger daraus mitnehmen können

Nicht alle Punkte der Checkliste sind für Privatanleger direkt umsetzbar – persönliche Managementgespräche bleiben institutionellen Investoren vorbehalten. Dennoch lassen sich viele Kriterien durch eigene Recherche, das Studium von Geschäftsberichten und die Analyse von Finanzkennzahlen annähern. Die Kernbotschaft von Montanaro ist klar: Wer bei Nebenwerten erfolgreich sein will, braucht Geduld, eine ausreichende Risikotoleranz und eine disziplinierte Auswahlmethodik.

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