1&1 hinter Plan: Funkmast-Projekt stockt
Zusagen unerfüllt, ländliche Gebiete warten auf bessere Netzabdeckung

Die ambitionierten Pläne von 1&1, unter der Führung von Ralph Dommermuth, ein eigenständiges 5G-Netz in Deutschland aufzubauen, stoßen auf Herausforderungen. Trotz der erfolgreichen Aktivierung von rund 100 Antennen und der Inbetriebnahme des Netzes für Kunden, bleibt das Unternehmen hinter seinen Zusagen an den Staat zurück. Diese betreffen den Bau von Hunderten zusätzlichen Funkmasten zur Verbesserung der Mobilfunkabdeckung in ländlichen Gebieten, ein Vorhaben, das durch einen zinslosen Kredit des Staates unterstützt wurde.
Die Verzögerungen bei der Umsetzung dieses Projekts sind signifikant. Ursprünglich hatte 1&1 zugesagt, bis zum 1. Januar 2022 mehrere Hundert Maststandorte fertigzustellen und diese den großen Netzbetreibern Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland zur Verfügung zu stellen. Diese Masten sollten vor allem in Gebieten errichtet werden, die bisher schlecht mit Mobilfunk versorgt sind. Doch mehr als zwei Jahre nach dieser Frist hat 1&1 erst 48 Standorte realisiert. Weitere 50 Standorte befinden sich in der Umsetzung, und für 32 geplante Standorte wurde noch keine Baugenehmigung erteilt.
Diese Entwicklung wirft Fragen auf bezüglich der Einhaltung der Vereinbarungen, die 1&1 im Rahmen der letzten Mobilfunkfrequenzauktion 2019 eingegangen ist. Damals hatte das Unternehmen 5G-Frequenzen für 1,07 Milliarden Euro ersteigert und sich im Gegenzug verpflichtet, in sogenannten "weißen Flecken" Funkmaststandorte zu errichten. Die Verzögerungen bei der Erfüllung dieser Verpflichtung könnten nun Konsequenzen nach sich ziehen, obwohl das Bundesverkehrsministerium (BMDV) derzeit noch prüft, inwiefern die Verzögerungen durch den Netzbetreiber zu vertreten sind.
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Zur AktienanalyseDie Gründe für die Verzögerungen sind vielfältig. 1&1 nennt komplizierte Abstimmungs- und Genehmigungsverfahren, die fehlende Vermietbereitschaft von geeigneten Flächen sowie den Widerstand von Bürgerinitiativen gegen den Bau neuer Antennenstandorte als Hauptursachen. Zudem hatten die großen Netzbetreiber ihre Mastwünsche erst spät finalisiert und 1&1 mit teuren Standorten belastet, was die Kosten für das Projekt in die Höhe trieb.


